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Student Theses and Projects: Dienstleistungen für einen No-Stop-Shop im deutschen E-Government

28.11.2018

Thesis (BA/MA); Reference-number: 2017-177


Advisor(s): Dian Balta (fortiss, An-Institut TU München)

Context

Bürger beklagen eine zu geringe Nutzerfreundlichkeit und zu hohe Komplexität von Verwaltungsverfahren. Um eine Verwaltungsleistung zu erhalten, müssen sie an die Verwaltung herantreten, Angaben zu, häufig schwer verständlichen, Fragestellungen machen und je nach Leistung und Zuständigkeit unterschiedlich gestaltete Beantragungsprozesse durchlaufen. Zudem steigen die Anzahl der Verwaltungsservices und die Beantragungsmöglichkeiten kontinuierlich an.

Als One-Stop-Shops und No-Stop-Shops werden zwei unterschiedliche Ansätze zur Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit und Verminderung der Komplexität von Verwaltungsservices bezeichnet. One-Stop-Shops stellen eine Gegenmaßnahme dar, indem sie auf gebündelte Formulare als Schnittstelle zum Nutzer und auf interoperablen Datenaustausch im Dienstleistungserbringungsprozess abzielen. No-Stop-Shops sind eine zukunftsweisende Ergänzung zur weitergehenden Adressierung dieses Problems. Im Rahmen eines No-Stop-Shops muss ein Bürger keinen Antrag mehr stellen, um geeignete Verwaltungsservices zu bekommen. Stattdessen sorgt ein Analysewerkzeug dafür, dass die Verwaltung die Relevanz eines Service für den Bürger antizipiert und dem Bürger die gesetzlich geregelte Leistung ohne Aufforderung erbringt. Ein Beispiel: Das österreichische Kindergeld - die Familienbeihilfe - wird den Bürgern nach der Geburt ihres Kindes automatisch ausbezahlt und muss nicht beantragt werden.

Derartige Funktionalitäten können Bestandteil zukünftiger Verwaltungs-Service-Portale sein. Um die deutsche Verwaltung bei der Transformation hin zu einem No-Stop-Shop zu unterstützen, ist eine Untersuchung der Geeignetheit existierenden Dienstleistungen notwendig.

Task(s)

Fragestellungen im Rahmen dieser Thesis:
 

  • Welche Dienstleistungen können in einem One-Stop-Shop oder No-Stop-Shop erbracht werden? 
  • Was sind prägende Charakteristika der Dienstleistungen, die in einem One-Stop-Shop oder No-Stop-Shop erbracht werden können? 
  • Was sind geeignete Reifengradmodelle zur Bewertung von Dienstleistungen in Hinblick auf Erbringung in einem No-Stop-Shop? 

Requirements

Die Fragestellungen sollen multiperspektiv adressiert und die Verwaltungsmodernisierung aus organisationaler, prozessualer, technischer und rechtlicher Sicht berücksichtigt werden. Zur Beantwortung der Fragen soll eine Analyse von einschlägiger Literatur, Praxisberichten, Standards, Gesetzestexten, existierenden Formularen und Geschäftsprozessbeschreibungen durchgeführt werden. Je nach Umfang (Bachelor- oder Masterarbeit) werden eine oder mehrere der o.g. Fragestellungen fokussiert. Die Arbeit wird in Kooperation mit der Universität Münster betreut.